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Quellenangabe

Titelseite der Zeitschrift Mittelalter 2002/3
Dieser Bericht ist gedruckt in der Zeitschrift «Mittelalter», Nr. 2002/3.

Jubiläumsversammlung 75 Jahre Schweizerischer Burgenverein vom 24./25. August 2002 in Zürich

Von Thomas Bitterli

80 Vereinsmitglieder trafen am Samstag, 24. August 2002, um 11 Uhr im Zunfthaus zum Neumarkt zur diesjährigen Jahrestagung ein. Die Fülle an neuen Forschungsergebnissen zur Geschichte der Stadt Zürich machen es unmöglich, einen umfassenden Überblick in einem Kurzreferat wiederzugeben. Deshalb wählte Dr. Jürg E. Schneider in seinem Einführungsreferat Ausschnitte aus der mittelalterlichen Geschichte Zürichs aus. Mit Bezug zum Versammlungsort wies er auf das historische und baugeschichtliche Geschehen rund um den Neumarkt hin, wo z.B. auch die Zunftrevolution von 1336 durch Rudolf Brun ihren Anfang nahm.

Nach dem Mittagessen besuchten die Mitglieder des Burgenvereins in Gruppen ausgewählte Standorte in Zürich. Im Haus Brunngasse 5 erläuterte Dr. Dölf Wild (Stadtarchäologie Zürich) die jüdischen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Neben dem künstlerischen Aspekt wurde auch die Frage diskutiert, warum trotz Schmuck- und Darstellungsverbot ein jüdischer Gemeinschaftsraum reichhaltig mit Freskenmalerei ausgeschmückt wurde, wie dies bei christlichen Adels- und Bürgerfamlien im 14. Jahrhundert üblich war.

Auf dem Lindenhof wies Andreas Motschi (Stadtarchäologie Zürich) auf die unter dem Platz liegenden Baureste aus vorrömischer, römischer und mittelalterlicher Zeit hin. Unter der Freimaurerloge konnten Teile davon in natura betrachtet werden.

Vor dem Zunfthaus zur Meisen erläuterte Dr. Jürg E. Schneider die städtebauliche Situation des Platzes vor dem Fraumünster. Wichtige Persönlichkeiten der Regional- und Weltgeschichte erwiesen hier der Äbtissin im Mittelalter die Reverenz. Aber auch in neuerer und neuster Zeit war der Platz Schauplatz historischer Ereignisse. So kam es z.B. hier 1918 zur gewaltsamen Konfrontation im Landesstreik und 1946 hielt an dieser Stelle Winston Churchill seine berühmte Europa-Rede.

Beim Grossmünster erklärte Dr. Daniel Gutscher (Kantonsarchäologie Bern) das grosse Kastenportal auf der Nordseite der Kirche. In der Symbolsprache des Mittelalters galt es als Triumphbogen, wie sie für Caesaren und Kaiser errichtet wurden. Die beiden Seitenportale stehen zudem in einer Sakral-Achse, die einst vom Grossmünster über die Wasserkirche hin zum Fraumünster lief. Mit dem Hinweis auf die Lage der Stiftergräber von Felix und Regula wurde zudem die scheinbar regellose Anordnung von Schmuck im Kircheninnern plötzlich verständlich.

An der Generalversammlung in der Helferei nahmen 66 Mitglieder teil. François Christe (Lausanne) verzichtete auf eine weitere Kandidatur für den Vorstand. Die übrigen Vorstandsmitglieder und die beiden Rechnungsrevisoren wurden für eine weitere Amtsdauer (bis 2006) gewählt. Auch der Präsident, Dr. Heinrich Boxler (Feldmeilen), wurde für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde Frau Dr. Elisabeth Castellani (Zinal VS) neu in den Vorstand gewählt. Ihre Zweisprachigkeit soll die Brücke zur Romandie verstärken.

Grussadressen zum 75-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Burgenvereins richteten Prof. Dr. Roland Ris, Präsident der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) und Peter Boller, Präsident des Burgenvereins Graubünden, an die Versammlung. Im Anschluss an die Generalversammlung spendierten Stadt und Kanton Zürich einen Apéro.

Den Abschluss dieser Jubiläums-Versammlung bildete ein Konzert der Musikgruppe «I Corteggiani». Ihr Leiter, der Musiker Christoph Peter, stellte zunächst nachgebaute Blasinstrumente des 14.–16. Jh. vor und kommentierte die Musikstücke. So wurde neben dem Hörgenuss viel Wissenswertes über die Musik und die Instrumente vermittelt.

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