Herbstexkursion 16.–19. September 2010 nach Nürnberg
«Mythos Burg» – Das Wenzelsschloss, die Burg Nürnberg, die Residenz Ansbach und die Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
Im Zentrum unserer Herbstexkursion stehen zum einen drei grosse Residenzen in Franken, die romanische Burg Nürnberg, das spätgotische Wenzelsschloss von Kaiser Karl IV. in Lauf an der Pegnitz und das renaissancezeitliche und barocke Residenzschloss Ansbach. Zum anderen besuchen wir unter kundiger Führung die grosse Ausstellung über das Bild der mittelalterlichen Burg im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.
Die Nürnberger Burg ist das Wahrzeichen der Stadt Nürnberg. Sie besteht aus der Kaiserburg und der Burggrafenburg. Nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Burganlage in historischen Formen wiederaufgebaut.
In der Burg residierten zeitweise von 1050 bis 1571 alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; sie gehört deshalb zu den bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters. Friedrich Barbarossa und seine Nachfolger bauten die schon um die Mitte des 11. Jh. bestehende salische Königsburg grosszügig aus. Davon zeugt noch heute die unversehrt erhaltene Doppelkapelle. Die kaiserlichen Wohn- und Repräsentationsräume im Palas mit grösstenteils erhaltenen Vertäfelungen sind mit Gemälden, Wandteppichen und Möbeln des 16. und 17. Jh. ausgestattet. Die älteste Nachricht über den Tiefen Brunnen der Kaiserburg stammt aus dem 14. Jh., doch ist er vermutlich so alt wie die Kaiserburg selbst. Die Tiefe des in den Felsen getriebenen Brunnenschachtes beträgt insgesamt 47 Meter. In Zeiten der Belagerung war der Tiefe Brunnen die wichtigste Wasserquelle der Burg. Der aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. stammende Sinwellturm (von mittelhochdeutsch sinwell = rund, rundum) war nach seiner ursprünglichen Bestimmung der Bergfried der Burg. Während der Reichstage wurden von seinem Dach aus mit einem zinnernen Horn weithin vernehmbar die Stunden verkündet.
Südlich der Altstadt von Lauf an der Pegnitz, auf einer Flussinsel an einer Furt liegt die erstmals im 12. Jh. urkundlich erwähnte Laufer Burg, die ihre heutige Anlage im Jahre 1353 erhielt. Kaiser Karl IV., der damals nach Lauf kam, liess dabei insbesondere im Wappensaal – eine in Deutschland einmalige Quelle zur Reichsgeschichte – die Wappen sämtlicher ihm verpflichteten weltlichen und geistlichen Herren als Friese in die Wände meiseln. Früher beherbergte die Burg das Amtsgericht, heute die Akademie der bildenden Künste.
Die Residenz Ansbach entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Anlage. In der Gotischen Halle der Residenz Ansbach befindet sich heute eine bedeutende Sammlung Ansbacher Fayencen und Porzellane. Ihre jetzige Gestalt erhielt die Residenz im 18. Jh. durch Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha. Leopold Retti schuf die Innenausstattung des frühen Rokoko. Sehenswert sind auch das Deckenfresko des Festsaals von Carlo Carlone, die Gemäldegalerie mit Werken des Rokoko und Gemälden aus der ehemals markgräflichen Galerie (Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen) sowie die Sammlung Meissener Porzellane im Spiegelkabinett.
Im gegenüberliegenden Hofgarten mit Orangerie ist auch ein Rosen- und Heilkräutergarten zu besichtigen.
Zur Ausstellung «Mythos Burg»
Burgen, Ritter, Turniere und Belagerungen prägen unser Bild des Mittelalters. Wehrhafte Mauern und Türme, Raubritter sowie die Eroberung edler Damen regen auch heute noch die Phantasie der Menschen an. Im Mittelalter war dies kaum anders, wie zahlreiche Schrift- und Bildwerke von höchstem Rang zeigen.
Die Ausstellung schildert die Entwicklung der Burg und des «Mythos Burg» von der Zeit Karls des Großen bis heute. Bedeutendste Werke der europäischen Buchmalerei, Tafelaufsätze aus Gold und Bronze, Altargemälde und Kunstwerke aus Elfenbein zeigen die besondere Rolle der Burg, schon in den Epochen der Romanik und Gotik. Farbige Modelle realer Burgen machen den Burgenbau vom 11. bis zum 18. Jh. anschaulich. Neue archäologische Funde von der Ofenkachel bis zum Münzschatz sowie kostbares Kunsthandwerk lassen in Alltag und Fest auf der Burg eintauchen. Schon seit dem 17. Jh. sind Burgen Forschungsgegenstand, den man in Zeichnungen, Fachbüchern, Reiseführern und Panoramakarten darstellte.
Die grosse Doppelausstellung in Nürnberg («Mythos Burg») und Berlin («Burg und Herrschaft»), die grösste europäische Burgenausstellung überhaupt, zeigt erstmals umfassend die über 1000-jährige Geschichte der Burg zwischen Adelswohnsitz, Herrschaftssymbol und Ausflugsziel. Die Nürnberger Ausstellung präsentiert rund 650 vielfach noch nie gezeigte Objekte aus europäischen Burgen sowie internationalen Museen von Wien bis New York. Sie verbinden sich zu einem faszinierenden Panorama des «Mythos Burg» vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Programm
16. 9. 2010:
Individuelle Anreise; Hotelbezug.
Am Nachmittag ein erster Rundgang durch die Reichsstadt Nürnberg.
Gemeinsames Abendessen in einer urigen Nürnberger Bratwurst-Gaststätte.
17. 9. 2010:
Am Vormittag Besuch der Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum.
Am Nachmittag Besuch der Wenzelsburg Lauf a.d. Pegnitz.
18. 9. 2010:
Am Vormittag ein zweiter Rundgang durch die Stadt. Wir besuchen die Kirchen St. Sebald, St. Lorenz und die Frauenkirche und den Hisvogelsaal, einen Festsaal der Frührenaissance.
Am Nachmittag Fahrt nach Ansbach und Besuch des dortigen Markgrafenschlosses, einer Residenz mit Bauteilen von der Spätgotik bis zum Rokoko.
19. 9. 2010:
Am Vormittag Besuch der romanischen Kaiserburg von Nürnberg.
Am Nachmittag individuelle Rückreise.
Reisevorschlag für Bahnreisende:
Do, 16. 09. 2010
Zürich HB ab 09:16 (EC 193)
München Hbf an 13:28
München Hbf ab 13:55 (ICE 624)
Nürnberg Hbf an 14:57
So, 19.09.10
Nürnberg Hbf ab 12:35 (RE 19910)
Stuttgart Hbf an 15:18
Stuttgart Hbf ab15:55 (IC 281)
Zürich HB an 18:48
Exkursionskosten: Fr. 275.-
Für Reiseleitung, lokale Führungen, Eintritte und Transfer (Bahn) nach Lauf a.d.P und Ansbach.
Anreise (mit Bahn, Auto oder Flugzeug) auf eigene Kosten.
Kosten für Mittagsverpflegung und Nachtessen sind ebenfalls individuel.
Hotelkosten siehe unten
Reiseleitung:
Dr. Armand Baeriswyl, Mittelalterarchäologe und Historiker, Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Vorstandsmitglied des Burgenvereins;
Dr. Daniel Burger, Historiker und Bauforscher, Bayerisches Staatsarchiv Nürnberg.
Unterkunft:
Im Hotel am Jakobsplatz in Nürnberg (www.hotel-am-jakobsmarkt.de) sind 10 EZ und 6 DZ auf Option bis 3.8.2010 reserviert (EZ: 98.-€/Nacht; DZ: 138.-€/Nacht).
Falls Sie diese Möglichkeit nutzen wollen, geben Sie dies auf dem Anmeldetalon an. Sie können auch bei einem anderen Hotel Ihrer Wahl buchen.
Infos unter:
Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg
Verkehrsverein Nürnberg e.V.
Frauentorgraben 3/IV
D-90443 Nürnberg
Postfach 42 48
D-90022 Nürnberg
Claudia Asam-Martin, Gabi Döhler
Telefon: +49 911 2336-0
Telefax: +49 911 2336-166
info@ctz-nuernberg.de
http://tourismus.nuernberg.de/v06/buchen-bestellen/hotel-suchen-buchen.html
Anmeldeschluss:
Freitag, 30. Juli 2010 (bei Buchung mit Hotel)
Nachmeldung bei individueller Buchung einer Unterkunft in Nürnberg möglich bis
Dienstag. 31. August 2010.

