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Jahresbericht 2001

Inhalt: Wissenschaftliche Tätigkeit | Internationale Beziehungen | Öffentlichkeitsarbeit | Vorstandsarbeit

Wissenschaftliche Tätigkeit

  • Tagungen
    Die statutarische Jahresversammlung des Schweizerischen Burgenvereins (SBV) fand am 25./26. August 2001 in Sion/Sitten statt. Sie begann mit einer Führung durch die Altstadt und mit einem Besuch der archäologischen Grabung unter der Theodulskirche. Dem geschäftlichen Teil folgten Führungen zur Ruine Tourbillon und zur Kirchenburg La Valère. Am Sonntag wurden die Ruinen La Soie (Seta) und die beiden mittelalterlichen Burgen von Leuk besichtigt, wo sich die Besucher intensiv mit den Plänen für eine Neunutzung der bischöflichen Burg und mit den Bauplänen Bottas auseinander setzen konnten. Den Abschluss bildete der Besuch von Kirche und Burg Raron. Die Frühjahresversammlung vom 19. Mai 2001 stand im Zeichen von Burg und Städtchen Stein am Rhein. Neben einem Referat erhielten die Besucher im Alten Spital Einblicke in die mittelalterliche Bauweise.
  • Vorträge
    Im Rahmen der "Zürcher Vortragsreihe" referierten im Winter 2001 lic. phil. Benedikt Zäch über die spätmittelalterlichen Münzfunde im Bodenseegebiet und lic. phil. Andreas Motschi über die Gefangeneninschriften im Spittelturm zu Bremgarten, während Dr. Dorothee Rippmann mit dem Thema "Gärten in Burgen und Städten" die Vorträge des Wintersemesters 2001/02 eröffnete.
  • Exkursionen
    Neuere und neuste wissenschaftliche Forschungsergebnisse wurden den Besuchern anlässlich von Exkursionen durch Bremgarten, nach Grünenberg (BE) und Kastelen (LU) vermittelt. Dem gleichen Zweck dienten die Besichtigungen im Rahmen der Frühjahrs- und der Jahresversammlung.
  • Publikationen
    Von der Zeitschrift "Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval" erschienen im Jahr 2001 vier Hefte im Umfang von insgesamt 108 Seiten. Heft 1 brachte einen Überblick über die Forschungsgeschichte und den Stand der Mittelalterarchäologie in den Kantonen St. Gallen und Appenzell. Weitere Beiträge orientierten über das mittelalterliche Weesen und über die Burg Gams. Heft 2 befasste sich mit der Nutzung und touristischen Erschliessung von mitttelalterlichen Wehrbauten im Wallis. Heft 3 erschien in französischer Sprache und handelte von Schalltöpfen in mittelalterlichen Kirchen. Heft 4 schliesslich brachte Berichte über die Deutschordenskommende Köniz und über eine Badstube auf Burg Schlössl in Rheinland-Pfalz. Als Jahresgabe erschien Band 27 der Reihe "Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters" unter dem Titel "Alt-Wädenswil. Vom Freiherrenturm zur Ordensburg" von Thomas Bitterli und Daniel Grütter. Darin sind nicht nur der Grabungsbericht aus dem Jahr 1983 und der Fundkatalog, sondern auch forschungsgeschichtliche Aspekte von besonderem Interesse. Weit fortgeschritten ist die Arbeit an den Jahrbüchern 28 (Zug) und 29 (Festschrift Werner Meyer).

Internationale Beziehungen

Der Kontakt mit den ausländischen Vereinigungen spielte sich im üblichen Rahmen ab. Verschiedene Vorstandsmitglieder hielten Referate im Ausland. Beziehungen zu ausländischen Institutionen bestehen zudem über den Schriftentausch mit Fachinstituten und -vereinigungen in Mittel- und Osteuropa.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Zusammenhang mit dem Erscheinen der Jahresgabe fand am 31. März auf der Burgstelle Alt-Wädenswil in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie Zürich ein grosses Burgfest statt, das gegen 1'000 Besucher anlockte. Daneben tragen die für interessierte Laien konzipierten Vorträge und Exkursionen sowie die auch in Fachkreisen viel beachteten Publikationen wesentlich dazu bei, den Sinn der Erforschung des Mittelalters und des Befestigungswesens breiten Kreisen nahe zu bringen. Als Werbeträger wurde wiederum ein Burgenkalender mit wertvollen Hinweisen auf die dargestellten Objekte publiziert. Geschäftsstelle und Vorstandsmitglieder erteilten im Berichtsjahr im Zusammenhang mit Burgen zahlreiche Auskünfte an Mitglieder und Nichtmitglieder. Ferner wurde ein zeitgemässer Auftritt des SBV im Internet vorangetrieben.

Vorstandsarbeit

Der Vorstand trat im Berichtsjahr zu vier Sitzungen zusammen. Daneben tagten wiederholt die Untergruppen der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit und der Publikationskommission, um wichtige Vorentscheide zu fällen und Anträge für die Sitzungen des Gesamtvorstandes vorzubereiten. Dank dieser Vorarbeit, die sich mit Anfragen, Abklärungen, Sitzungen mit Amtsstellen, Rekognoszierungen u. ä. oft weit in die Freizeit hineinzieht, können die Vorstandssitzungen auf ein Minimum beschränkt und zügig durchgeführt werden. Den Vorstandsmitgliedern, die immer wieder ihre Zeit zur Verfügung stellen, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Ein besonderer Dank geht auch an den Leiter der Geschäftsstelle, der nicht nur für das regelmässige Erscheinen der Zeitschrift "Mittelalter" sorgt, sondern auch Ansprechstation für Mitglieder und Aussenstehende ist.

Heinrich Boxler