leer

Jahresbericht 2002

Inhalt: Wissenschaftliche Tätigkeit | Internationale Beziehungen | Öffentlichkeitsarbeit

Wissenschaftliche Tätigkeit

  • Tagungen
    Die statutarische Jahresversammlung des Schweizerischen Burgenvereins (SBV) stand im Zeichen des 75-jährigen Bestehens des Vereins und fand am 24./25. August 2002 am Ort der Gründungsversammlung, in Zürich, statt. Dabei beehrte uns der Präsident der SAGW, Prof. Dr. Roland Ris, mit seinem Besuch. Die Tagung begann mit einem Referat über die mittelalterliche Stadtentwicklung Zürichs. Am Nachmittag besuchten die Vereinsmitglieder unter wissenschaftlicher Leitung ausgewählte mittelalterliche Schauplätze in der Stadt: das Grossmünster, den Münsterplatz, den Lindenhof und jüdische Malereien in einem Privathaus an der Brunngasse. Auf den geschäftlichen Teil folgte ein Apéro, gestiftet von Stadt und Kanton Zürich, sowie ein Konzert der «Corteggiani» mit Kommentaren zu Musikinstrumenten des Mittelalters und der Renaissance. Die Sonntagsexkursion führte ins Zürcher Oberland, nämlich zu den Burgen und Ruinen Dübelstein, Greifensee (Kirche und Schloss), Grüningen und Greifenberg. Die Frühjahrstagung fand im Schloss Hallwil statt.
  • Vorträge
    Im Rahmen der «Zürcher Vortragsreihe» referierten im Winter 2002 Dr. Joachim Zeune («Zwingburg und Raubritternest») und lic. phil. Cornel Doswald (Altstrassenforschung im Kanton Zürich). Das Programm 2002/03 wurde durch Dr. Armand Baeriswyl eröffnet (Vor-Stadt, Vorstadt und Stadterweiterung im Mittelalter).
  • Exkursionen
    Ergänzend zum Vortrag über Altstrassenforschung vermittelte eine Exkursion Einblicke in das alte Strassennetz im Raum Flaach-Rüdlingen-Eglisau. Auf einer zweitägigen Exkursion ins Münstertal stellte der Exkursionsleiter das Kloster Müstair mit seinen Malereien und dem Wohnturm aus dem 10. Jh. in den grossen weltgeschichtlichen Zusammenhang und zeigte spannende Details in mittelalterlichen Kirchen und Kapellen des oberen Vinschgaus auf. Die Exkursion schloss mit einem Besuch der Churburg.
  • Publikationen
    Von der Zeitschrift «Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval» erschienen im Jahr 2002 vier Hefte im Umfang von insgesamt 105 Seiten. Heft 1 war als Jubiläumsnummer zum 75-jährigen Bestehen des SBV konzipiert und zeigte den Weg der Burgenforschung in der Schweiz, die Anfänge des SBV und die Entwicklung seiner Publikationen auf. Heft 2 stand in Verbindung mit der Jahresversammlung und orientiert über Fenster und Fassaden im Alten Zürich. Thema in Heft 3 war die mittelalterliche Jagd, und Heft 4 befasste sich mit dem Castrum Chorion sowie in Kurzbeiträgen mit Nutzungs- und Restaurierungsplänen auf den Ruinen Riom, Belfort und Farnsburg. Eine willkommene Dienstleistung für die Vereinsmitglieder sind die Hinweise auf Publikationen zum Mittelalter und insbesondere zur Burgenforschung.
    In der Reihe «Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters» erschien Band 29 als Festschrift für Werner Meyer mit dem Titel «Wider das «finstere Mittelalter». Die Herausgabe von Band 28 (Burg Zug) verzögerte sich und wird erst im Jahr 2003 erscheinen. Die Jahresgabe 2003 über die «Stadtentwicklung im Mittelalter» ist in Vorbereitung.

Internationale Beziehungen

Der Kontakt mit den ausländischen Vereinigungen spielte sich im üblichen Rahmen ab. Verschiedene Vorstandsmitglieder hielten Referate im Ausland. Beziehungen zu ausländischen Institutionen bestehen zudem über den Schriftentausch mit Fachinstituten und -vereinigungen in Mittel-, Süd- und Osteuropa.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Jubiläumsjahr war geprägt von zwei Grossveranstaltungen, in denen Ergebnisse der neueren Mittelalter- und Burgenforschung auf instruktive, handlungswirksame Art an Kinder, Eltern und Grosseltern vermittelt wurden. Zusammen mit dem Juniorclub der SBB, der Kantonsarchäologie Zürich und dem archäologischen Dienst des Kantons Bern, mit dem Ritterhaus Bubikon, der BLS und anderen Institutionen wurde je ein dreitägiges Mittelalterfest im Ritterhaus Bubikon und im Kandertal (auf der Tellen- und der Felsenburg) durchgeführt. Der Erfolg war überwältigend: jede der beiden Veranstaltungen wurde von rund 3'500 Kindern und Erwachsenen besucht, meist Leute, die bisher den Burgenverein nicht gekannt hatten. Die 74 neuen Mitglieder dürften vorwiegend der grossen Medienpräsenz zu verdanken sein, die auf die beiden Feste zurückgeht. Erstaunlich viele Neueintritte erfolgten über das Internet (15), und es zeigt sich auch in den Anfragen, dass die seit Januar bewirtschaftete eigenen Homepage einem echten Bedürfnis der Kommunikationsgesellschaft entspricht. Hingegen lag die erhoffte Werbewirksamkeit des Burgenkalenders weit unter den Erwartungen.

Heinrich Boxler

zum Seitenanfang